Trainingslager 2018: Mallorca – Ein Erlebnisbericht


Im Winter wird der Grundstein für eine erfolgreiche Saison gelegt. Diesen Spruch kennt jeder Radsportler. Bedingt durch eine langwierige Erkältung, mit der ich mich im Januar und Februar herumschlagen musste, hatte ich viele Trainingskilometer nachzuholen. Kurzfristig habe ich mich deshalb für eine Woche Trainingslager auf der Baleareninsel Mallorca entschieden. Die Bedingungen konnten nicht besser prognostiziert werden. Eine Woche Sonnenschein bei angenehmen Temperaturen um die 20 Grad Celsius. Mein Ziel, die 1.000 Kilometer in sieben Tagen zu absolvieren, stand noch in weiter Ferne.

 

26.03.2018 Montag: Die Anreise ist aus Deutschland total entspannt. In den Flieger einsteigen - 2 Std. Zeit die - Ablauf Trainingslager -

Landkarte zu studieren und die ersten Routen zu planen - aus den Flieger aussteigen. Um 08:30 Uhr ging es mit dem Taxi in Richtung Nord/Osten, genauer gesagt nach Alcudia. Kaum im Hotel eingecheckt stand ich schon in meinen Radklamotten vor der Radstation um mein Mietrennrad in Empfang zu nehmen. Die erste Etappe diente zur Akklimatisierung und zum locker einrollen. Mit dem Rad ging es über Muro, Petra, Artá, Cala Rajada und wieder zurück. Der Auftakt war gelungen und ich habe den Anreisetag optimal ausgenutzt.

 

27.03.2018 Dienstag: Am nächsten Tag stand eine lange Grundlagenrunde auf dem Programm. Deshalb hieß es gut frühstücken und früh losfahren. Diesmal ging es über Sineu zur Playa de Palma, wo meine Teamkollegin Tanja Hennes schon auf mich wartete. Gemeinsam haben wir uns als Tagesziel den San Salvador im Süden auserkoren. Der kegelförmige Berg ist mit seinen zahlreichen Serpentinen sehr gut zu fahren. Dennoch kommt man ordentlich ins Schwitzen, wird am Gipfel aber mit einem atemberaubenden Blick belohnt. Am Ende des zweiten Tages hatte ich dann sogar mehr als 200 Kilometer in den Beinen.

28.03.2018 Mittwoch: Ein absolutes Highlight ist die Tour zum Cap Formentor. Die wellige und kurvenreiche Straße zum nördlichsten Punkt der Insel ist ein anspruchsvolles Terrain. Am berühmten Leuchtturm angekommen, weiß, jeder schon ganz genau, was ihm auf dem Rückweg blüht. Die Straße von Pollenca bis zum Cap ist nämlich eine Einbahnstraße. Die Aussichten rechts und links in die vielen türkisfarbigen Buchten sind einfach traumhaft. Die schweißtreibende Schufterei machte sich auch an diesem Tag wieder einmal belohnt.

 

29.03.2018 Donnerstag: Eine mittellange Trainingsrunde, gespickt mit deutlich mehr Höhenmeter als an den Tagen zuvor, stand auf dem Plan. Von Anfang an ging es wellig über Champanet, Selva und Alaró bis hin zur ersten langen Steigung rauf zum Orient und den Coll d‘ Honor im Serra de Tramuntana. Als kleine Zugabe, gab es am Nachmittag noch den Anstieg rauf zum Randa, wo ich mich mit einer „französischen Bergziege“ messen durfte. Eine eisgekühlte Zitronenlimonade am Gipfel habe ich mir redlich verdient. Nachdem meine Energiespeicher wieder aufgeladen waren, galt es den 80 Kilometer langen Rückweg über Artà anzutreten.

 

30.03.2018 Freitag: Mit einem sonnenreichen Tag in Aussicht, ging es auf meine absolute Lieblingsrunde (Hausrunde). Von Alcudia auf kleinen Seitenstraßen über Sa Pobla, Inca nach Selva. Von dort aus ging es hoch auf einer super asphaltierten Straße durch Kiefernwälder zur berühmten Tankstelle in die Nähe des Kloster Luc. Anschließend habe ich in der rasanten Abfahrt runter nach Pollenca Spitzengeschwindigkeiten erreicht. Die Landschaft ist atemberaubend und ich fühlte mich so energiegeladen, dass ich glatt dieselbe Runde noch einmal gefahren bin.

 

31.03.2018 Samstag: Die Königsetappe: Auf der Speiskarte stand zum Frühstück Sa Calobra, Mittagsbuffet Puig Major (880 m) und zum Abendessen noch den Coll de Soller. Eine Königsetappe der extra Klasse mit über 2.700 Höhenmeter. An diesem Tag habe ich meinem Körper, bei sehr stürmischen Bedingungen, Hagelschauern, Regen, Temperaturunterschiede von über 20 Grad Celsius, alles abverlangt. Dank der hochwertigen Radklamotten von radroo bin ich optimal ausgestattet gewesen. Belohnt wurde ich zum Schluss mit ordentlich Rückendwind, der mich zurück Richtung Hotel schob.

 

01.04.2018 Sonntag: Mit müden Beinen vom Vortag, ging es auf die letzte Runde zum locker ausrollen. Zur Feier des Tages, habe ich mir ein Stück Erdbeerkuchen gegönnt. Das Ziel, die 1.000 Kilometer in sieben Tagen zu „erfahren“, habe ich erfolgreich erreicht. Eine Pannen- und Sturzfreie Woche neigt sich dem Ende zu. Die Form Richtung erste Rennen stimmt. Morgen wird dann aber erst einmal ein Ruhetag einlegt.

 

Am 21.04.2018 (Samstag) ist unsere Teampräsentation in Fulda, bei der ich endlich alle Teammitglieder kennenlernen werde. Mit Top Equipment geht es dann am nächsten Tag zur Tour de Energie nach Göttingen, wo sich das radrooTEAM erstmals in der neuen Saison der Öffentlichkeit präsentieren wird. Und wer weiß, vielleicht werden wir dort schon unseren ersten Saisonerfolg feiern können.

 

Bis dahin, kette rechts euer Jonathan.


 

JONATHAN REUNING

 

Jahrgang: 1991

Lebt in: Bielefeld

Größe/Gewicht: 181cm/75kg

Hobbies: Segeln, Musik

Hauptberuf: Student

Primärer Sport: Radsport

 

Meine Leidenschaft für den Sport: Radsport hat in meiner Familie eine langjährige Tradition. In meinen jungen Jahren wurde ich deshalb früh mit dem Radsport-Virus infiziert. Als Kind fesselte mich die Tour de France lange vor dem Fernseher. Schnell absolvierte ich meine ersten eigenen Kilometer auf dem Rad. Neben dem Radfahren probierte ich mich lange in vielen anderen Sportarten aus. Die richtige Leidenschaft für den Radsport entwickelte ich nach meinem ersten Radrennen. Seit diesem Zeitpunkt konzentriere ich mich primär auf den Radsport.

 

Meine schönsten Momente/Erlebnisse im Sport: Mit dem Rennrad die Ziellinie überqueren und gemeinsam als Team Erfolge feiern.